ie holländischen Lesben und Schwulen haben eine frühere
Polizeistation im Amsterdamer Rotlichtbezirk zur Unterbringung ihrer
Archive übernommen. Homodok (Abkürzung für Dokumentationszentrum
für schwule und lesbische Studien) befindet sich in Oudezijds
Voorburgwal im Rotlichtbezirk, südöstlich von Amsterdams
Hauptbahnhof. Jack van der Wel, der Koordinator von Homodok, amüsiert
sich von der neuen Zweckbestimmung der alten Polizeistation. "Hierher
brachte die Polizei früher gewöhnlich diejenigen, die
sie während Razzien in Gay-Bars gestgenommen hatten"
Homodok wurde 1979 als Ergebnis eines Treffens gegründet, auf
dem die Möglichkeit lesbischer/schwuler Studien an der Universität
Amsterdam diskutiert wurde.Neben den Gruppen für die Herausgabe
der Zeitschrift Homologie und die Veranstaltung von Diskussionen
und Lesungen startete eine kleine Gruppe ein Dokumentationsprojekt.
Wie zu erwarten, lag das Problem in der Finanzierung und in einem
Raum, wo die wichtige Dokumentationsarbeit fortgesetzt und der Aufbau
einer Zeitschriftensammlung begonnen werden konnte. Die Universität
von Amsterdam stellte Raum zur Verfügung und half später
durch eine kleinen jährlichen Beitrag, das Zentrum zu finanzieren.
Obwohl Homodok an die Amsterdamer Universität angebunden ist,
ist es eine Stiftung , die von den Launen der Akademiker unabhängig
ist. Es gibt drei bezahlte Mitarbeiter, die übrigen 10 arbeiten
unbezahlt und freiwillig.
Das Zentrum hatte von Beginn an seine eigene Dokumentar- und Bibliographiespalte
("Relevant") in der holländischen Wissenschafts-
und Kulturzeitschrift Homologie. Es ist keine Leih-, sondern
eine Forschungsbibliothek. Das Ziel besteht darin, Zugang zu Informationen
über wissenschaftliche und kulturelle Publikationen über
Homosexualität zu ermöglichen. So kann jeder Interessent
das alphabetische und das Sachregister (letzteres basiert auf Schlagwörtern),
die beide auf Computerdatenbanken gespeichert sind, nutzen. Die
Dokumentation von Artikeln in holländischen und ausländischen
Periodika und Zeitungen und andere Publikationen zu Fragen in Verbindung
mit Homosexualität genießt spezielle Aufmerksamkeit.
Die Nutzer können auch Bibliographien, Nachschlagwerke, Dissertationen
und studentische Forschungspapiere, Broschüren und Jahresberichte,
die das Zentrum über Jahre gesammelt hat, konsultieren.
Homodok betreut die "Van Leeuwen Bibliothek", die historische
Bibliothek der COC (Holländische Lesben- und Schwulenvereinigung).
Diese Bibliothek besteht aus Büchern, Zeitschriften und Zeitungsausschnitten
bis ins Jahr 1970.
Grundsätzlich sammelt Homodok Material, das Informationen über
die kulturellen, historischen, sozialen und politischen Zusammenhänge
des schwulen und lesbischen Daseins vermittelt. Jeder Besucher des
Zentrums findet nicht nur Quellen hinsichtlich der politischen und
sozialen Geschichte der Homosexualität, sondern auch Veröffentlichungen
über schwule und lesbische Kultur (Film. Theater, Musik, Kunst
und Literatur, Biographien von Künstlern und Schriftstellern)
sowie die Kulturpolitik in Bezug auf Homosexualität und AIDS.
Die gesamte Sammlung wurde mittels eines alphabetisch aufgebauten
Autoren- und Sachkatalogs zugänglich gemacht. Ein großer
Teil des Archivs besteht aus der Sammlung von Zeitschriften, angefangen
von holländischen Lesben-/Schwulen-Periodika bis zu ausländischen
Journalen. Eine des Ziele von Homodok ist es, die umfassendste Sammlung
von Lesben-/Schwulen-Periodika aus aller Welt in Europa zu erstellen.
Nicht zuletzt werden Informationen zu den wichtigsten Forschungen
über Homosexualität in den Niederlanden zur Verfügung
gestellt.
Homodok/ILGA
Archiv
Neue Adresse seit 2000:
Homodok-Lesbisch Archief Amsterdam
Niewpoortkade 2a,
1055 RX Amsterdam,
Netherlands
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E-Mail: info (at) homodok-laa.nl
www.homodok-laa.nl
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