Prinz Eugen oder Lulu?  


Prinz Eugen oder Lulu?
Franz Herre, "Prinz Eugen. Europas heimlicher Herrscher": Deutsche Verlags Anstalt, Stuttgart, 1997.
ISBN 3-421-05085-5
Sprache: Deutsch

Herausgegen: Dezember 1997


n Erz gegossen begegnet uns Prinz Eugen von Savoyen auf den Heldenplatz in Wien. Italiener von Herkunft, Franzose durch Bildung und Österreicher durch Wahl, der in seiner Leichenrede mehr als Friedensstifter gefeiert wurde denn als Triumphator, jedoch Siege für Österreich gegen die Türken, und gegen die Franzosen errungen hatte, trotz des miserablen Zustandes des Heiligen Römischen Reiches (sowie Österreich) und seines Heers.

Er leitete auch als Bauherr u.a. das Bau von dem schönsten Barockpalais in Wien, der Belvedere, sowie andere Häuser.

Unter Schwulen in Österreich ist er bekannt auch als Prinz Lulu, obwohl die einzige Deutung darauf, in Herr Herres Buch ist einige Bemerkungen wie „Frauen, zu denen er sich ohnehin nicht hingezogen fühlte“, oder „Eugen blieb ein ‚Mars ohne Venus‘, und auch das hatte er mit Friedrich dem Großen gemein.“

Nach über 300 Jahren (Eugens erster große Sieg war Zenta am 16. September 1697 – gegen dem Osmanischen Kaiserreich) es durfte wohl mangeln an Hinweise über Eugens „angebliche“ Homosexualität. Das Thema wird von Franz Herre überhaupt nicht erwähnt. Nur allgemeine Tatsachen die stereotypistisch wären für manche Schwule sind als Deutungen erwähnt, oder „so“ ausgelegt werden könnte.

Das Buch stellt in Detail und Klarheit seine politisch-militärischen Karriere dar, die trotz der ständigen Begleitung von Intrige gegen ihn, Eugen über Jahrzehnte lang einen der einflußreichsten Männer Europas machte. Obwohl wir erfahren dass Eugen ein Kavalier aber kein Adonis war, reserviert und gleichmütig war, tapfer, und nach Gerechtigkeit strebte, „Volksliede“ sowie spott Liede und Poesie inspirierte, hätte ich gern mehr von dem Mann Eugen erfahren - aber schon damals war er als wortkarg und Sphinx-ähnlich betrachtet.


Colin de la Motte-Sherman

 
 
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