n
Erz gegossen begegnet uns Prinz Eugen von Savoyen auf den Heldenplatz
in Wien. Italiener von Herkunft, Franzose durch Bildung und Österreicher
durch Wahl, der in seiner Leichenrede mehr als Friedensstifter gefeiert
wurde denn als Triumphator, jedoch Siege für Österreich gegen die
Türken, und gegen die Franzosen errungen hatte, trotz des miserablen
Zustandes des Heiligen Römischen Reiches (sowie Österreich) und
seines Heers.
Er leitete auch als Bauherr u.a. das Bau von dem schönsten Barockpalais
in Wien, der Belvedere, sowie andere Häuser.
Unter Schwulen in Österreich ist er bekannt auch als Prinz Lulu,
obwohl die einzige Deutung darauf, in Herr Herres Buch ist einige
Bemerkungen wie „Frauen, zu denen er sich ohnehin nicht hingezogen
fühlte“, oder „Eugen blieb ein ‚Mars ohne Venus‘, und auch das hatte
er mit Friedrich dem Großen gemein.“
Nach über 300 Jahren (Eugens erster große Sieg war Zenta am 16.
September 1697 – gegen dem Osmanischen Kaiserreich) es durfte wohl
mangeln an Hinweise über Eugens „angebliche“ Homosexualität. Das
Thema wird von Franz Herre überhaupt nicht erwähnt. Nur allgemeine
Tatsachen die stereotypistisch wären für manche Schwule sind als
Deutungen erwähnt, oder „so“ ausgelegt werden könnte.
Das Buch stellt in Detail und Klarheit seine politisch-militärischen
Karriere dar, die trotz der ständigen Begleitung von Intrige gegen
ihn, Eugen über Jahrzehnte lang einen der einflußreichsten Männer
Europas machte. Obwohl wir erfahren dass Eugen ein Kavalier aber
kein Adonis war, reserviert und gleichmütig war, tapfer, und nach
Gerechtigkeit strebte, „Volksliede“ sowie spott Liede und Poesie
inspirierte, hätte ich gern mehr von dem Mann Eugen erfahren - aber
schon damals war er als wortkarg und Sphinx-ähnlich betrachtet.
Colin de la Motte-Sherman
|